RambaldiResidence 2016

Artist-in-Residence-Programm für internationale Bildende Künstler

3. Stipendiatin: Valérie Sonnier (Juni-Juli 2016)

Valérie Sonnier

Die französische Künstlerin Valérie Sonnier (*1967, lebt und arbeitet in Paris) verbringt als 3. Stipendiatin des RambaldiResidence den Juni und Juli 2016 in München. Sie studierte Freie Kunst an der École nationale supérieure des Beaux-Arts, Paris, wo sie seit 2003 eine Professur für Morphologie und Zeichnung inne hat.

 

Zu den Offenen Ateliertagen in der Alten Wiede-Fabrik zeigt sie zwei Fotografien und eine Videoinstallation, bestehend aus vier Kurzfilmen. Valérie Sonnier entwickelte ihre eigene künstlerische multimediale Technik aus Zeichnung, Malerei, Fotografie und Super 8 Film und verknüpft darin seit vielen Jahren die Themen Erinnerung, Kindheit, Gegenwart und Abwesenheit. Ausgehend von persönlichen Erinnerungen kreiert sie so eine Art Zeitreise, um beim Betrachter eigene Assoziationen an vergangene Momente und an die eigene Kindheit hervorzurufen.

Zu Beginn ihres künstlerischen Schaffens entstand eine Reihe von Zeichnungen, die die Abenteuer eines Holzwagens und anderer Spielzeuge erzählen. Jede Serie besteht aus ungefähr 10 Zeichnungen, die auf den Seiten alter Rechnungsführungsbücher ausgeführt sind. Valérie Sonnier arbeitet bevorzugt mit diesem Papier, da es die Zählbarkeit der Tage, die gnadenlos vergehende Zeit, symbolisiert.

Le jardin - L’été I, 1993-2016, Videofilm 8mm, ca. 7 min.

Die in der Ausstellung gezeigten vier Videoarbeiten (jeweils ca. 7min) bauen auf die gezeichnete Geschichte des kleinen Holzwagens auf. Aus seiner Perspektive begibt sich die Kamera auf eine ruckelige Fahrt durch den Garten von Valérie Sonniers Kindheit, auf der Suche nach ihren ersten Erinnerungen. Die Künstlerin filmte in der Super 8-Technik, um der Bildqualität der Amateurfilme nahezukommen, die ihre Großmutter früher drehte und dadurch den Erinnerungscharakter der Filme zu unterstreichen. Vom frühen Morgen bis zu den Abendstunden taucht der Betrachter so zu verschiedenen Jahreszeiten in den Garten ein. Diese neueren Filmaufnahmen kombiniert Valérie Sonnier mit kurzen, alten Filmsequenzen aus ihren Kindertagen.

 

Als Ausgangspunkt für diese Zeitreisen wählt die Künstlerin allerdings nicht nur das Haus ihrer Kindheit, sondern auch einen alten Rosengarten in l'Haÿ les Roses oder das Bade-schloss im österreichischen Bad Gastein, einem heute verlassenen ehemaligen Grandhotel. Von letzterem sind zwei Filmstills ausgestellt, die einen Geist aus der Vergangenheit zeigen, der durch die leerstehende Villa spukt.

 

Ausstellungsansichten RambaldiResidence München, 2016:

 

Förderer RambaldiResidence 2016: Christoph und Stephan Kaske Stiftung

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© Anna Wondrak