Theater of Life, part 01 + 02

Im November 2009 fand im Gartenhaus der Kunst der Akademie der Bildenden Künste München die von Anna Wondrak kuratierte zweiwöchige Ausstellung "Theater of Life" statt. Sechs junge und bereits etablierte Künstler, die mit den Medien Malerei, Fotografie, Zeichnung, Text, Video, Film und Installation arbeiten, setzten sich mit dem Spannungsfeld der menschlichen Existenz und den damit verbundenen Seinsfragen auseinander.

 

In der ersten Woche wurde der ungewöhnliche, drei Etagen umfassende Ausstellungsort als Gesamtkunstwerk inszeniert. Inspiriert von Dantes Göttlicher Komödie erfolgte eine Einteilung der drei Geschoße in Welten: so begann der Ausstellungsbesuch in der Unterwelt und führte über das Fegefeuer und die Seinswelt bis ins Paradies. Dabei fand eine vielfältige Auseinandersetzung mit verschiedenen Bedingungen der Existenz an sich statt. Im Erdgeschoß, der Unterwelt, wurde der Besucher mit seinen eigenen Zweifeln konfrontiert. Und auch wenn jeder vor etwas Anderem Angst hat, gibt es so etwas wie eine „kollektive Höllenangst“, deren kleinster gemeinsamer Nenner das Gefühl ist, in der Hölle ohne Entkommen gefangen zu sein und auch zu bleiben. Die Arbeiten auf der mittleren Ebene fragten nach der nackten und ungeschönten Conditio Humana und beleuchteten diese von ihrer unendlichen Tragik bis Skurrilität vor einem sehr persönlichen Hintergrund der jeweiligen Künstler. Die Arbeiten im Dachgeschoß spiegelten Heilsvorstellungen und -visionen wieder, wie sie in unserem Kultur- und Religionskreis imaginiert und angestrebt werden.

Ausstellungsansicht

In der zweiten Woche wurden sämtliche Arbeiten bis auf eine winzige Leiter entfernt. Eine Slideshow im Eingangsbereich vermittelte dem Besucher die Ausstellungssituation der ersten Woche. In den Ausstellungsräumen fand der Betrachter die weißen Räume in absoluter Leere vor. Einzig je eine Film- oder Videoarbeit wurde in jedem der drei Stockwerke projiziert; sie alle setzten sich mit existentiellen Fragen auseinander. Der karge und unbequeme Raum warf den Betrachter auf sich selbst zurück.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

 

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© Anna Wondrak