Viviane Gernaert

Viviane Gernaert (geb. 1976 in München) wuchs in Hamburg auf, wo sie 1999-2007 Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste studierte.
Für ihre Arbeiten sind zeitgenössische Filme aus dem Bereich Action, der fernöstlichen Martial Art und dem Mafiagenre die wichtigste Inspirationsquelle. In diesem Filmen geht es oft um Kampf, Kampfkünste und Gewalt. Und genau diese filmische Visualisierung von Schmerz, Kraft, Aggression, Kontrollverlust und Verletzung setzt Viviane Gernaert in ihren Skulpturen um. Dieses Vorhaben ist nicht einfach: auf der einen Seite hat man eine bewegte, filmische Vorlage, auf der anderen Seite ein – eigentlich – unbewegtes Objekt. Nun stellt sich die Frage, wie man die hohe dynamische Geschwindigkeit kämpferischer Szenen in eine starre Form übersetzen kann. Das geeignete Grundmaterial für diese mediale Übertragung fand Viviane Gernaert in Styropor, die geeignete Oberflächenstruktur erschafft sie durch das Formen und Aussteifen von Stoff. Gezielt extrahiert sie den Höhepunkt einer Bewegung stellvertretend für die gerade stattfindende Handlung. Die im Film vorhandenen Bewegungs-unschärfen nimmt sie in die Form und Oberfläche der Arbeit mit auf. Auf den ersten Blick wirken die weißen Skulpturen unschuldig. Auch im Film suggerieren die Eleganz und Konzentration der Bewegungen – überhöht durch Spezialeffekte – weniger Gewalt und Brutalität, als vielmehr hervorragende Körperbeherrschung und Disziplin.

Amores Perros II, 2010, Zellan, Lack, 30 x 32 x 23 cm, Edition 3
Amores Perros III, 2010, Zellan, Lack, 19 x 30 x 29 cm, Edition 3
Bring it on, bitch! 2009, Stoff, Metall, Polystyrol, 79 x 62 x 54 cm
I collect your fucking head, 2009, Stoff, Metall, Polystyrol, 73 x 66 x 66 cm