Bernhard Lehner

Bernhard Lehner (geb. 1962 in Griesbach i. Rottal) lebt und arbeitet in München.

Ausgangsbasis in Lehners Werk ist der Stock. Metallene Stäbe, verschliffen mit Spitzenunterwäsche, als Knauf der Kopf einer Barbiepuppe; das Rückgrat eines Hais als Rückgrat eines Stocks. Als Materialien finden wertvolle Stoffe wie Nymphenburger Porzellan ebenso Verwendung wie Fundstücke vom Flohmarkt oder aus den Isarauen. Warhols silberne Perücke und Beuys Hut und Weste waren nur Signaturen, welche auf die Kunst verwiesen. Bei Bernhard Lehner ist sein eigener Körper für viele seiner Werke gewissermaßen erster Ausstellungsort, denn er trennt nicht zwischen Kunst und Leben. Ein Spielzeug-Formel-1-Rennwagen, ohne Räder und Lenkrad, aber mit Fahrer, fungiert in stilisierter Form als zeitgenössischen Rosenkranz. Auch Waffen werden zum Schmuckstück, zur Kette, wie der zersägte Lauf einer Schrotflinte oder ein Trommelrevolver. Lehners Werke lassen sich in unseren Alltag integrieren, ohne darin als reine Nutzungsgegenstände aufzugehen. Sie ersparen uns den Weg in die Sakralräume des Kunstbetriebs. Die Kunst, einst an den Wänden entrückt, ist ständig zur Hand. Wieso die eigenen Werke in Galerien und Museen wegsperren? Mit Tennisschlägern, die als Handtuchregal dienen, mit aus Langlaufskiern gezimmerten Stühlen oder Couchtischen aus zersägten Windsurfing-Boards holt man die Kunst heim ins eigene Leben.

Den ausführlichen Text von Peter Renner lesen Sie hier

Ausstellungen

2009   tilgt tongue, Kunstarkaden, München

2009   Double Feature: Art to Go, Galerie plus, München

2009   Der müde Tod, Kai 10, Düsseldorf

2009   Crotla Presents..., Lothringerstr.13, München

2008   one day and forever, Büro, Berlin

2008   ready-made today, steinle contemporary, München

2007   Dr. Winkelmann-Romantik-Award, München

2009   Auto-Papst, Aenderei, München

2009   La Boum III, Museum für Moderne Kunst, Galeria Okna, Warschau, Polen

2006   ein tag mit onkels chrom korps sauna, Alte Post, München

2006   Tom Bibers illegales Museum, Ballhaus Ost, Berlin

2005   verfick die perspektive, Almstadtstr. 50, Berlin

2004   Galerie Christine Meyer, München

2003   Die Bank, München

2003   Galerie Z, München

2003   Künstler der Galerie Christine Meyer, Paul-Heyse-Str., München

2002   Bilder und Stöcke, Menschenraum, Berlin